Putzsanierung

A) FEUCHTMAUERPUTZE
Auszug aus: http://www.feuchtemauer.at :

Wie funktionieren Feuchtmauerputze (FMP)?

FMP weisen 2 wichtige Kriterien auf:

– Sie sind extrem hydrophil (Wasser saugend / abgebend) eingestellt
– Sie verfügen über ein außerordentlich hohes Porenvolumen (ca. 40-45%) das untereinander vernetzt ist (sg. Porenmatrix)

Kann man stattdessen auch Sanierputze verwenden?
Können, ja! Aber gescheit ist es nicht. Denn Sanierputze sind lt. WTA und Herstellerangaben für trockenes bzw. minderfeuchtes Mauerwerk gedacht. Überrascht? Ist aber so! Lesen Sie sich die technischen Merkblätter eines Sanierputzes durch. Oftmals wird dieser Umstand elegant mit „bei Durchfeuchtungsgrad < 20% anwendbar“ umschrieben, was trocken im Sinne der Ö-Norm B335-1 bedeutet. Auch die Mär vom diffusionsoffenen Sanierputz ist kritisch zu hinterfragen, denn der Dampfdiffusionswiderstand (in der Bautechnik mit der µ-Zahl gekennzeichnet) ist bei Sanierputzen sehr hoch. Weiters sind Sanierputze hydrophob, also Wasser abweisend. Das erklärt zwar, warum Sie lange brauchen um Salze aufzunehmen, trägt aber dazu bei, Feuchte im Mauerwerk dahinter einzusperren und ein höher Steigen zu begünstigen.
Drastisch formuliert: Wenn Sie in eine Plastiktüte 2 Löcher hineinstechen ist es auch per Definition diffusionsoffen. Übers Gesicht ziehen sollte man sie trotzdem nicht. Bezugsquellen:

– Botament FSP Feuchtespezialputz  https://botament.com/de/produktbereiche/baustofftechnik im Bereich Mauerwerkssanierung

– Perlit Klimasan S
https://klimasan-perlit.de/produkte/datenblaetter-download/

– HAGA Biotherm
biologischer Isolier-, Entfeuchtungs- und Restauriergrundputz
https://haganatur.de/produkte/isolationen-wdvs/haga-biotherm/

– Izonil  https://www.izonil.de/

– MAPE-ANTIQUE MC MACCHINA Sanierputz
https://www.mapei.com/de/de-de/produkte-und-loesungen/produktliste/produktdetails/mape-antique-mc-macchina-sanierputz


B) SANIERPUTZE nach WTA Richtlinien

Ist im Grunde ein Putz, der die Salze aus dem ehemals feuchten Mauerwerk nicht aufnehmen soll, deswegen hydrophob und mit etwas größerem Porenanteil ausgestattet. Lesen Sie sich die technischen Merkblätter eines Sanierputzes durch. Oftmals wird dieser Umstand elegant mit „bei Durchfeuchtungsgrad < 20% anwendbar“ umschrieben, was trocken im Sinne der Ö-Norm B3355-1 bedeutet. So gesehen sind Sanierputze für Mauerwerk, welches feucht war, jedoch bereits wieder augetrocknet ist gedacht. Diese ehemals feuchten Wände haben das Problem, dass sie erhöhte Salzgehalte haben, die ein „normaler Putz“ sehr schnell wieder zu Schaden kommen lassen würde. Ist die Wand noch feucht, so wird der Sanierputz auch durchaus zu einem sog. Opferputz, was heißt, dass er nach Jahren der Austrocknung der Wand dem Salzdruck und Wasser nicht mehr standhält und schadhaft wird.
Meiner Erfahrung nach hält ein Sanierputz auf einer feuchten Wand oft nur einige Jahre, bis sich wieder Ausblühungen zeigen.


C) SPERRPUTZE

Oft ein stark zementhaltiger Putz, der so dicht ist / sein soll, dass er Salze und Feuchtigkeit nicht durchlässt. Nachteil im Keller: Feuchtigkeit in der Wand wird, da sie nicht verdunsten kann, weiter in der Wand aufsteigen und bald das Erdgeschoß erreichen, bzw. die Salze und Mirkoorganismen im kapillar geführten Wasser werden die Horizontale Feuchtigkeitssperre zwischen Kellergeschoß u Erdgeschoß (soweit vorhanden) angreifen. Erfahrungsgemäß hält auch ein Sperrputz nicht auf Dauer der ständigen Feuchtigkeits- und Salzbelastung stand.

In allen Fällen bestimmen verschiedenste Einflüsse die Haltbarkeit/Dauerhaftigkeit des Putzes, Salzgehalt, Feuchtedruck, Durchfeuchtungsgrad des Mauerwerks, Art des Mauerwerks, etc …

4. November 2019 Dieter Stahl